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Der wie ausgestanzt wirkende Fleck, der nach dem Verschwinden des Zentralbades im Stadtbild zurückblieb, regt seit jeher zu bunten Phantasien an, was die beiden Brückenköpfe einst verbunden haben könnte. Interessant an der Fläche ist auch, dass sie sich über das komplette Gladbachtal erstreckt, begrenzt von Lüpertzender Straße und Fliethstraße als Uferstraßen. Die im Rahmen der Ausstellung „Stadtprothesen“ vor 2 Jahren vorgestellte Idee wollte durch Anlegen einer Wiese und Institutionalisierung der Pfütze als Symbol für den Gladbach diese städtebauliche Narbe überschminken, bis der richtige Investor kommt. Ein Bewirtungs-Pavillon und die Möglichkeit, die Fläche mit Kunst und kulturellen Veranstaltungen zu bespielen, sollten zusätzliche Anziehungskraft ausüben. Hier können wir anfangen, den Gladbach in das neue Mönchengladbach wieder einzubeziehen und die Struktur unseres Stadtbildes an dieser Stelle wieder lesbar zu machen. Mit der Bleichwiese zeigen wir, wie wir auf den Spuren unserer Geschichte eine Zukunft für die Stadt entwickeln können: Auf formaler Ebene machen wir an dieser Stelle das Gladbachtal anschaulich und setzen es als Gestaltungsthema für kommende Entwicklungen. Auf operativer Ebene sehen wir hier, wie eine unfruchtbare Brache zu einer blühenden Landschaft wird. Die genügsamen Pionierpflanzen, die sich auf diesem kahlen Fleck angesiedelt haben, bilden mit der Zeit ein Gebüsch, auf dessen verrottenden Resten höhere Pflanzen gedeihen, bis auf der Humusschicht anspruchsvolle Gehölze Früchte tragen. Das BLEICHWIESEN-Projekt ist die städtebauliche Kulturstufe, die die Pionierpflanzen ablöst und ihrerseits anspruchsvollerer Bebauung Platz macht, wenn der Boden dafür bereitet ist. Diese Strategie zeigt seit kurzem auch in der Altstadt erste kleine bunte Blüten. Damit zeigen wir, dass Stadtentwicklung heute nicht mehr nur das Planen aus dem Amt für die Ewigkeit sein kann, sondern vielmehr ein von den Bürgern mitbetriebener Prozess permanenter Evolution. An der großartigen Unterstützung für das Projekt leiten wir ab, dass dieser Umgang mit der Stadt als Perspektive gesehen wird. In Zeiten, in denen nicht nur für Stadtentwicklung kein Geld mehr da ist, bleibt als Kronschatz nur Kreativität, Mut und Verantwortungsbereitschaft der Bürger, Verwaltungsmitarbeiter und Politiker. Wir müssen eben „aus nix was machen“, wobei „nix“ in diesem Fall doch einen beträchtlichen Aufwand darstellte, der vorab so nicht vorstellbar war. So danken wir allen Projektbeteiligten, die den Beweis erbringen wollten, dass so etwas in Mönchengladbach möglich wird. Wenn alles läuft wie geplant, werden wir in zwei Monaten am Gladbach sitzen mit einem kühlen Bier. Einladung kommt rechtzeitig.